GBM-Forum — Geld · Business · Marketing › Foren › Business & Strategie › Als Führungskraft mit Trauma – wie geht ihr damit um?
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Christoph Müller aktualisiert.
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Oktober 10, 2026 um 2:51 p.m. Uhr #1234
Thomas RichterTeilnehmerIch führe seit 12 Jahren ein mittelständisches Unternehmen mit ca. 80 Mitarbeitern. Nach außen hin läuft alles rund – aber intern kämpfe ich schon länger mit dem, was mein Therapeut als komplexe PTBS bezeichnet hat. Ausgelöst durch eine schwierige Kindheit und mehrere berufliche Krisen, die sich irgendwie aufgeschichtet haben.
Das Absurde ist: Je mehr Verantwortung man trägt, desto schwieriger wird es, das offen anzusprechen. Hat hier jemand Erfahrung damit – sowohl was die Therapiewahl angeht als auch wie man das mit der Führungsrolle vereinbart? Welche Ansätze haben wirklich geholfen?
Oktober 11, 2026 um 4:32 p.m. Uhr #1235
Marcus KellerTeilnehmerIch kenne das aus eigener Erfahrung, auch wenn bei mir die Diagnose erst spät kam. Das Schwierige an kPTBS ist ja, dass die klassischen Therapieformate oft nicht greifen – zumindest nicht so schnell wie man das als Selbstständiger oder Führungskraft braucht, wo man nicht einfach mal ein halbes Jahr pausieren kann.
Was mir damals geholfen hat: einen Therapeuten zu finden, der explizit Erfahrung mit Trauma-Arbeit hat und nicht einfach nur allgemeine Gesprächstherapie macht. EMDR hat bei mir deutlich mehr bewegt als alles vorher. Aber das ist sehr individuell.
Wichtig fand ich auch, das intern mit einem kleinen Kreis von Vertrauten zu besprechen – nicht alles offenlegen, aber zumindest nicht komplett alleine damit kämpfen.
Oktober 13, 2026 um 9:23 a.m. Uhr #1236
Dr. Karoline BrennerTeilnehmerDanke für die Offenheit, Thomas. Das Thema Trauma bei Führungskräften ist tatsächlich massiv unterrepräsentiert, obwohl ich in meinem Umfeld öfter davon höre als man denkt.
Ich hatte selbst eine Phase, in der ich intensiv nach Informationen zu Therapiemethoden gesucht habe – speziell was bei kPTBS wirklich indiziert ist und was eher kontraproduktiv sein kann. Diese Seite hier hat mir damals einen guten Überblick gegeben: Welche Therapie hilft bei komplexer PTBS (kPTBS). Gerade der Vergleich der verschiedenen Ansätze (EMDR, Somatic Experiencing, schematherapeutische Arbeit) fand ich hilfreich, um überhaupt erstmal zu verstehen, was man beim Therapeuten gezielt anfragen sollte.
Und ja – die Doppelbelastung Führungsrolle plus Traumaarbeit ist real. Das Thema Regulierung im Alltag ist dabei fast genauso wichtig wie die Therapiestunden selbst.
Oktober 14, 2026 um 2:33 p.m. Uhr #1237
Christoph MüllerTeilnehmerGuter Punkt mit der Regulierung, Dr. Brenner. Ich würde noch ergänzen: Achtet auf die Passung zum Therapeuten. Gerade bei kPTBS kann eine schlechte Chemie oder ein zu konfrontativer Stil richtig nach hinten losgehen.
Ich habe selbst erlebt, wie unterschiedlich Therapeuten da rangehen – manche arbeiten viel mit dem Körper, andere eher kognitiv. Beides kann funktionieren, aber es muss zu einem passen. Wenn man merkt, dass man nach den Sitzungen tagelang destabilisiert ist, ist das oft kein gutes Zeichen.
Was die Führungsrolle angeht: Ich hab mir damals für die akuteren Phasen ein paar Aufgaben strategisch anders verteilt. Nicht aus Schwäche, sondern weil man dann einfach nicht in Höchstform ist – und das ist okay.
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