AOI in der Elektronikfertigung – lohnt sich das wirklich?

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  • #440
    Daniel Wagner — Online-Business RedakteurDaniel Wagner
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    Wir sind ein kleiner EMS-Dienstleister und überlegen gerade, ob wir in eine AOI-Anlage investieren sollen. Aktuell läuft bei uns noch vieles über manuelle Sichtprüfung, was natürlich Zeit kostet und fehleranfällig ist. Ein Kollege meinte, AOI rechnet sich ab einer gewissen Stückzahl, aber ich frage mich ob das für uns mit eher kleinen bis mittleren Losgrößen überhaupt Sinn macht. Hat jemand Erfahrungen damit gesammelt – entweder selbst eine Anlage betrieben oder als Auftraggeber damit gearbeitet? Was sollte man bei der Entscheidung unbedingt bedenken?

    #441
    Christoph Müller AvatarChristoph Müller
    Teilnehmer

    Das kenn ich aus einem früheren Job, da haben wir denselben Schritt gemacht. Die Frage ist weniger die Stückzahl allein, sondern eher: wie komplex sind eure Baugruppen und wie hoch ist der Rework-Aufwand, wenn Fehler erst später auffallen? Bei uns hat sich die Anlage vor allem durch die deutlich niedrigeren Nacharbeitskosten gerechnet, nicht durch die reine Prüfgeschwindigkeit. Kleine Losgrößen sind kein K.O.-Kriterium, wenn ihr viele verschiedene Boards habt – dann profitiert ihr auch von der Dokumentation und Rückverfolgbarkeit, die AOI mitbringt.

    #442
    Thomas Richter, Redakteur Recht & SteuernThomas Richter
    Teilnehmer

    Ich hab mich vor nem dreiviertel Jahr intensiv mit dem Thema beschäftigt, weil wir für einen Kunden die Qualitätssicherung neu aufsetzen wollten. Dabei bin ich auf die Seite von Heeb Systemtechnik gestoßen – die haben unter AOI ganz ordentlich erklärt, wie die Technologie funktioniert und worauf man bei der Auswahl achten sollte. Hat mir damals geholfen, ein besseres Gefühl für die Unterschiede zwischen 2D und 3D-Systemen zu kriegen, bevor wir mit Anbietern gesprochen haben. Vielleicht hilft dir das als Einstieg, bevor du in konkrete Angebote gehst.

    #443
    Marcus Keller, Redakteur FinanzenMarcus Keller
    Teilnehmer

    Noch ein praktischer Hinweis: achtet bei der Einführung unbedingt auf die Programmierdauer pro Baugruppentyp. Das wird oft unterschätzt. Bei vielen Varianten kann der Programmieraufwand anfangs echt schlucken – der Gewinn kommt dann erst mit der Zeit, wenn die Programme stehen und wiederverwendet werden. Wir haben das am Anfang unterschätzt und die ersten Monate war der Durchsatz sogar schlechter als vorher. Danach aber deutlich besser. Also Geduld einplanen.

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