GBM-Forum — Geld · Business · Marketing › Foren › Recht & Steuern › GmbH oder UG gründen – welche Rechtsform lohnt sich wirklich?
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Thomas Richter aktualisiert.
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August 1, 2026 um 2:52 a.m. Uhr #460
Lukas B.TeilnehmerIch plane gerade meinen Schritt in die Selbständigkeit und stehe vor der Frage: GmbH oder doch lieber UG? Mein steuerberater meint, ich soll mir das gut überlegen, aber konkreter wurde er nicht. Ich hab einen kleinen Online-Dienstleistungsbetrieb im Sinn, anfangs vielleicht 30-40k Umsatz im Jahr. Das Stammkapital für eine GmbH wäre knapp, aber die UG hat ja angeblich auch Nachteile. Hat jemand hier eigene Erfahrungen gemacht, was zu beachten ist? Geht mir vor allem um Haftung, Aufwand und ob sich das steuerlich überhaupt lohnt bei dem Umsatz.
August 1, 2026 um 6:39 p.m. Uhr #461
Lena HofmannTeilnehmerIch kenn das Dilemma. Bei dem Umsatzlevel würde ich ehrlich gesagt erstmal durchrechnen, ob eine Kapitalgesellschaft überhaupt Sinn macht – das laufende Aufwand ist nicht ohne. Jahresabschluss beim Notar, Veröffentlichungspflicht, Buchhaltung die du kaum selbst machen kannst. Das kostet schnell 2-3k€ im Jahr nur an Steuerberater und Verwaltung.
Die UG ist erstmal günstiger beim Start, du musst aber die Gewinne thesaurieren bis 25k€ Stammkapital erreicht sind. Das zwingt ein bisschen zur Disziplin, manche sehen das auch als Vorteil. Wenn Haftungsschutz dein Hauptgrund ist, wäre vielleicht auch ein Einzelunternehmen mit guter Versicherung eine Überlegung wert – zumindest am Anfang.
August 2, 2026 um 7:35 p.m. Uhr #462
Christoph MüllerTeilnehmerLena hat recht, das Thema ist vielschichtiger als es auf den ersten Blick scheint. Ich hab damals vor meiner Gründung echt lang recherchiert und bin dabei auf die Website gestoßen – da war einiges zu Rechtsformen und steuerlichen Aspekten für Selbständige gut aufbereitet, hat mir zumindest einen guten Überblick gegeben bevor ich zum Berater gegangen bin.
Zum eigentlichen Thema: Bei 30-40k Umsatz am Anfang ist der GmbH-Overhead tatsächlich oft zu groß. Viele starten als UG und wandeln dann um, wenn die Zahlen besser werden. Das geht ohne großen Aufwand und du sparst dir den Stress mit dem Stammkapital am Anfang.
August 4, 2026 um 11:02 a.m. Uhr #463
Thomas RichterTeilnehmerIch würde noch einen Punkt ergänzen: schaut euch die Sozialversicherungspflicht an. Als GmbH-Geschäftsführer mit unter 50% Anteilen bist du unter Umständen sozialversicherungspflichtig – das überrascht viele und kann teuer werden. Das ist ein Aspekt den Steuerberater oft nicht von sich aus ansprechen, weil es eigentlich eher ein sozialversicherungsrechtliches Thema ist.
Lukas, lass dich am besten von jemandem beraten der sowohl steuer- als auch sozialversicherungsrechtlich fit ist, das sind nicht immer dieselben Leute. Und wie Christoph sagt: UG zum Start ist meistens der pragmatischere Weg, solange du nicht von Anfang an mit größerem Kapital arbeitest oder Investoren brauchst.
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