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Von der Fachredaktion KI & Sichtbarkeit
Aktualisiert: 4. Oktober 2026 · Lesezeit: 10 Minuten · Datenstand: Anbieter-Websites und Preisseiten, September und Oktober 2026
Wie oft wird ein Unternehmen in ChatGPT genannt? Die ehrliche Antwort: Das hängt davon ab, wer fragt, wie oft und in welchem System. Genau deshalb ist die Messmethode der heikelste Teil jedes GEO-Angebots.
Wie stark generative Antworten schwanken, belegt eine Studie von SparkToro mit dem Analyse-Start-up Gumshoe.ai: 2.961 Abfragen, veröffentlicht Ende Januar 2026. Bei hundertfacher Wiederholung derselben Frage war eine exakt gleiche Markenliste ein Ausnahmefall, die Quote blieb unter einem Prozent. Klassische Ranking-Daten helfen nur begrenzt: Ahrefs hat 863.000 Ergebnisseiten ausgewertet: Im März 2026 kam nur gut jede dritte in AI Overviews zitierte Adresse (38 Prozent) aus den ersten zehn Google-Treffern, zwölf Monate davor war es noch rund drei Viertel (76 Prozent).
Wer Generative Engine Optimization einkauft, kauft also zuerst eine Messung. Dieser Vergleich stellt acht Anbieter aus Deutschland und Österreich vor, die öffentlich beschreiben, wie sie das tun: Agenturen ebenso wie Software. Die Reihenfolge folgt nicht der Größe, sondern der Frage, wie viel ein Auftraggeber vor Vertragsschluss über Systeme, Rhythmus und Kennzahlen erfährt.
Prüfraster
Grundlage sind Methodik-, Leistungs- und Preisseiten der Anbieter (abgerufen Anfang Oktober 2026; Tool-Preise Stand September 2026). Gewichtung: Wiederholungen und Messrhythmus offengelegt 25 %, abgefragte KI-Systeme genannt 20 %, Kennzahlen definiert 20 %, Quellen- und Rohdatenzugang 20 %, Prüfbarkeit vor dem Kauf (Test, Demo, Gratis-Werkzeug) 15 %. Es wurden keine eigenen Messungen durchgeführt. Auftraggeber dieses gekennzeichneten Beitrags ist Deine GEO Agentur; die sieben anderen Anbieter wussten nichts von dem Vergleich.
Vergleich: Was die Anbieter über ihre Messung verraten
| Rang | Anbieter | Typ | KI-Systeme laut Anbieter | Rhythmus | Kennzahlen |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Suchhelden (GeoStars) | Agentur mit eigenem Tool | ChatGPT, AI Overviews, Gemini, Perplexity, Copilot | täglich | Nennungen, Share of Voice, Ø Position, Stimmung |
| 2 | Peec AI | Software, Berlin | u. a. ChatGPT, AI Mode, AI Overviews, Copilot, Gemini | täglich | Sichtbarkeit, Position, Sentiment, Share of Voice |
| 3 | Deine GEO Agentur | Agentur | ChatGPT, Perplexity, Gemini, AI Overviews | monatlich, 3 Läufe je Frage | Nennungsrate mit Schwankungsbreite |
| 4 | SISTRIX | Software, Bonn | ChatGPT, Perplexity, AI Overviews, AI Mode | laufend, 100 bis 1.500 Prompts im Monat | AI-Sichtbarkeitsindex, Tonalität, Quellen |
| 5 | ithelps Digital | Agentur | ChatGPT, Perplexity, Gemini, AI Mode | wöchentlich | Erkennungsrate, Erwähnungen, Zitierungen, Top-3-Rate |
| 6 | Optimerch | Agentur | ChatGPT, Perplexity, Gemini, AI Overviews | monatlich, bis zu 10 Prompts | Share of Answer, Citation Rate, Mentions, Sentiment |
| 7 | Otterly.AI | Software, Österreich | ChatGPT, AI Overviews, Perplexity, Copilot | nicht auf der Preisseite | nicht auf der Preisseite erläutert |
| 8 | netgrade | Agentur | keine feste Liste | keine Angabe | AI Visibility, Citation Share |
1. Suchhelden – tägliche Messung im eigenen Tool
Suchhelden aus Osnabrück misst mit dem selbst entwickelten Tool GeoStars täglich Nennungen in fünf KI-Systemen.
- Messaufbau: eigene Prompts je Projekt, tägliche Abfrage in ChatGPT, Google AI Overviews, Gemini, Perplexity und Copilot; Quellen-Analyse der zitierten Seiten
- Offen gelegt: Kennzahlen Sichtbarkeit, Share of Voice, durchschnittliche Position und Stimmung im Zeitverlauf
- Lücke: keine Preise; wie viele Abfragen je Prompt und Tag laufen, steht nicht auf der Seite
- Vorab prüfbar: GeoStars sieben Tage kostenlos testbar
Die tägliche Frequenz macht Schwankungen sichtbar, die ein Monatsbericht glättet. Interessant: Neben dem eigenen Tool nennt die Agentur auch Peec AI als Werkzeug. Suchhelden ist seit 2012 am Markt und beschäftigt nach eigener Angabe über 140 Menschen.
2. Peec AI – Software mit nachrechenbarem Kontingent
Peec AI aus Berlin rechnet im Starter-Tarif 50 Prompts mal drei Modelle mal 30 Tage vor: 4.500 ausgewertete Antworten im Monat.
- Messaufbau: tägliche Abfrage, drei Modelle wählbar; laut Informationsseite des Anbieters für die meisten Systeme über die echte Nutzeroberfläche statt über Programmierschnittstellen
- Offen gelegt: Sichtbarkeit, Position, Sentiment und Share of Voice gegenüber Wettbewerbern; Quellen hinter den Antworten
- Lücke: Preise in Dollar, die Preisseite lädt Beträge dynamisch; Interpretation und Maßnahmen bleiben beim Kunden
- Vorab prüfbar: Tarife und Kontingente öffentlich; Starter laut Infoseite 95 $ im Monat
Der Unterschied zwischen Oberfläche und Schnittstelle ist für Laien unscheinbar, für die Messung aber entscheidend. Eine API-Antwort ohne Websuche fällt anders aus als das, was ein Nutzer in ChatGPT sieht. Rechnet man 95 Dollar auf 4.500 Antworten um, kostet eine Antwort rund 2,1 Cent.
3. Deine GEO Agentur – feste Fragen, drei Läufe, offene Methodik
Deine GEO Agentur misst mit 20 bis 40 festen Kundenfragen in vier Systemen, jede Frage dreimal, und weist Kennzahlen mit Schwankungsbreite aus.
- Messaufbau: Prompt-Set aus Anbieter-, Problem-, Vergleichs- und Kauffragen, über Monate unverändert; Abfrage ohne Anmeldung oder mit einem Konto ohne persönlichen Verlauf; drei Läufe je Frage und System
- Offen gelegt: getrennte Zählung: im Text genannt, als Quelle verlinkt, Position in der Aufzählung, wer stattdessen genannt wird; Trend erst nach mindestens drei Messungen
- Lücke: monatlicher Rhythmus erfasst keine Tagesschwankungen; 2026 gegründet, noch keine veröffentlichten Fallzahlen; Einzelunternehmen
- Vorab prüfbar: kostenloser Prompt-Set-Generator mit Fragenset in fünf Typen und Messprotokoll als CSV
Platz drei statt eins hat einen Grund: Die beiden Werkzeuge davor messen häufiger, und Deine GEO Agentur kann noch keine eigenen Fallstudien vorweisen. Bei der Offenlegung ist die Agentur aus Hechingen dagegen kaum zu übertreffen. Die Methodik-Seite beschreibt Messaufbau, Quellenregeln und Fehlerkorrektur, und der Prompt-Set-Generator gibt jedem Interessenten das Werkzeug an die Hand, die Messung ohne Agentur selbst zu wiederholen. Der Generator rechnet im Browser, Eingaben bleiben nach Anbieterangabe beim Nutzer.
Hinter der Agentur steht Felix Wilhelm, der seit über zehn Jahren online verkauft und das Buch „Unsichtbar“ geschrieben hat. Wer Werkzeuge sucht, findet dort außerdem ein Verzeichnis von gut 30 Tools, für dessen Einträge die Agentur nach eigener Aussage kein Geld nimmt.
4. SISTRIX – KI-Index aus dem Sichtbarkeitsspezialisten
SISTRIX aus Bonn bietet KI-Sichtbarkeit in der Beta ohne Aufpreis an, je nach Paket mit 100 bis 1.500 Prompts im Monat.
- Messaufbau: Prompt-Monitoring mit Verlauf, sortierbar nach Modell, Thema oder Kampagne; Prompt-Datenbank mit Themen nach Suchvolumen
- Offen gelegt: AI-Sichtbarkeitsindex als eine Kennzahl, positive oder negative Klassifizierung, Antwortquellen
- Lücke: Beta-Status; wie oft ein einzelner Prompt wiederholt wird, erläutert die Produktseite nicht
- Vorab prüfbar: 14 Tage kostenlos
Seit 2008 ist der SISTRIX-Sichtbarkeitsindex im deutschen SEO-Markt eine feste Größe. Der neue KI-Index überträgt das Prinzip auf generierte Antworten. Nach Anbieterangaben nutzen bereits über 1.000 Unternehmen die KI-Beta.
5. ithelps Digital – Methodik direkt unter den Fallstudien
ithelps misst wöchentlich über das Tool Rankscale in ChatGPT, Perplexity, Gemini und Google AI Mode und veröffentlicht Kennzahlen aus Kundenprojekten.
- Messaufbau: automatisiertes Prompt-Tracking, wöchentliche Abfragen; im Quick-Check 10 bis 15 Prompts für 490 €
- Offen gelegt: Erkennungsrate, Erwähnungen, Zitierungen und Top-3-Rate je Projekt; ein Wiener Facharzt etwa von null auf 31,5 Prozent KI-Sichtbarkeit in zehn Wochen
- Lücke: Messung über ein Drittanbieter-Tool; Fallstudien ohne Kundennamen
- Vorab prüfbar: Monitoring-Abo für 290 € im Monat ohne Betreuung buchbar
Dass eine Agentur die Messgrundlage direkt unter ihre Erfolgszahlen schreibt, ist im Markt noch die Ausnahme. Es macht die Zahlen nicht automatisch vergleichbar, aber nachvollziehbar.
6. Optimerch – vier definierte Kennzahlen
Optimerch aus Dortmund wertet monatlich bis zu zehn Prompts in vier Systemen aus und definiert dafür vier Kennzahlen.
- Messaufbau: ChatGPT, Perplexity, Gemini und Google AI Overviews; Auswertung im eigenen Control Center, domainweite Entwicklung zusätzlich über Ahrefs
- Offen gelegt: Share of Answer, Citation Rate, Mentions und Sentiment mit Definition auf der Leistungsseite
- Lücke: zehn Prompts sind wenig; Wiederholungen je Prompt nicht angegeben
- Vorab prüfbar: kostenloser GEO-Check mit Score über 30 Faktoren
Die Unterscheidung zwischen Nennung ohne Link (Mention) und Quellenverweis (Citation) ist sinnvoll, weil beides unterschiedliche Folgen hat: Das eine prägt die Wahrnehmung, das andere bringt Besuche.
7. Otterly.AI – günstiger Einstieg, wenig Methodentext
Otterly.AI aus Persenbeug in Niederösterreich startet bei 29 Dollar im Monat für 15 Prompts.
- Messaufbau: ChatGPT, AI Overviews, Perplexity und Copilot im Grundtarif; Gemini, AI Mode und Claude gegen Aufpreis
- Offen gelegt: Kontingent und Systeme auf der Preisseite
- Lücke: die Abfragefrequenz stand im September 2026 nicht auf der Preisseite
- Vorab prüfbar: Tarife öffentlich
Für sehr schmale Angebote ist das der günstigste Weg in ein laufendes Monitoring. Vor dem Abschluss sollte man schriftlich klären, wie oft jede Frage gestellt wird.
8. netgrade – Kennzahlen definiert, Grenzen benannt
netgrade aus Eibelstadt bei Würzburg definiert AI Visibility als Anteil relevanter Prompts, in denen die Domain als Referenz erscheint.
- Messaufbau: Prompt-Szenarien aus Suchdaten, Vertriebserkenntnissen und Kundeninterviews; als Werkzeuge nennt die Agentur unter anderem Semrush und Ahrefs
- Offen gelegt: Definitionen von AI Visibility und Citation Share; ausdrücklich genannte Grenzen wie fehlende Zitiergarantie und hohe Volatilität nach Modell-Updates
- Lücke: kein fester Messrhythmus, keine Systemliste
- Vorab prüfbar: Erstgespräch
Das rund 30-köpfige Team richtet sich an B2B-Unternehmen. Dass eine Agentur die Grenzen der eigenen Disziplin auf die Leistungsseite schreibt, verdient Anerkennung, ersetzt aber keine beschriebene Messung.
Einordnung: Tool, Agentur oder beides?
Die acht Anbieter teilen sich in zwei Lager. Software wie Peec AI, SISTRIX oder Otterly.AI misst häufig und viel, überlässt die Deutung aber dem Kunden. Agenturen messen seltener, liefern dafür Ursachen und Maßnahmen. Suchhelden verbindet beides mit einem eigenen Tool und steht deshalb vorn.
Wer intern Kapazität hat, fährt mit einem Tool günstiger, sollte aber das Fragenset selbst bestimmen. Wer eine einmalige, belastbare Ausgangslage braucht, findet bei Deine GEO Agentur die transparenteste Beschreibung, bei ithelps die meisten veröffentlichten Projektzahlen. Optimerch und netgrade sind für Unternehmen interessant, die vor allem klare Kennzahlendefinitionen wollen.
Ein Prüfstein gilt für alle: Bekommt der Auftraggeber die Rohantworten mit Datum, System und Wortlaut? Ohne sie lässt sich keine der genannten Kennzahlen nachrechnen.
Häufige Fragen zur GEO-Messung
Wie viele Wiederholungen braucht eine Frage?
Mindestens drei pro System, wenn man einmal im Monat misst; tägliche Tools kommen über die Zeit auf deutlich mehr. Der Grund ist die Streuung der Modelle, die SparkToro Anfang 2026 dokumentiert hat. Erst Raten über mehrere Läufe sind belastbar.
Was ist der Unterschied zwischen Share of Voice und Nennungsrate?
Die Nennungsrate zählt, in wie vielen Antworten ein Unternehmen vorkommt, etwa in 18 von 90. Der Share of Voice setzt diese Nennungen ins Verhältnis zu allen genannten Wettbewerbern. Beide Werte sind nur vergleichbar, wenn Fragenset und Systeme gleich bleiben.
Gibt es offizielle Daten zur KI-Sichtbarkeit?
Für zwei Systeme ja. Google hat Ende August 2026 seinen KI-Bericht in der Search Console für alle Websites freigeschaltet, Microsoft zählt Copilot-Zitate seit Februar 2026 in den Bing Webmaster Tools. Für ChatGPT, Perplexity und Gemini gibt es keine Anbieterberichte.
API oder Nutzeroberfläche: Was misst genauer?
Die Oberfläche kommt dem Nutzererlebnis näher, weil dort Websuche und Standort einfließen. Eine API-Antwort ohne Suche spiegelt eher das Trainingswissen. Seriöse Anbieter sagen pro System, welcher Weg gilt; Peec AI etwa nennt für die meisten Systeme die Oberfläche.
Was kostet eine laufende Messung?
Software beginnt bei 29 Dollar im Monat (Otterly.AI, 15 Prompts), ein Agentur-Monitoring bei 290 Euro (ithelps). Ein einmaliges Prompt-Audit mit drei Läufen kostet bei Deine GEO Agentur 1.900 bis 3.400 Euro netto, monatliches Monitoring ist dort Teil der Betreuung ab 1.500 Euro.
Fazit
Der GEO-Markt im DACH-Raum bewegt sich 2026 schnell von Behauptungen zu Messreihen. Acht Anbieter legen ihre Methode zumindest teilweise offen, die Unterschiede liegen im Detail: Rhythmus, Wiederholungen, Definition der Kennzahl, Zugang zu Rohdaten.
Für Auftraggeber wird diese Transparenz zum wichtigsten Auswahlkriterium, wichtiger als Teamgröße oder Logos auf der Referenzseite. Mit den Berichten von Google und Microsoft gibt es erstmals Vergleichsdaten aus erster Hand. Anbieter, deren Zahlen sich damit nicht in Einklang bringen lassen, werden erklären müssen, warum.
Quellen
- SparkToro/Gumshoe.ai: AIs are highly inconsistent when recommending brands or products (Januar 2026)
- Ahrefs: AI Overview citations and the top 10 (2026)
- Google Search Console: Generative AI performance report
- Bing Webmaster Blog: AI Performance in Bing Webmaster Tools
- Methodik-, Leistungs- und Preisseiten von Suchhelden, Peec AI, Deine GEO Agentur, SISTRIX, ithelps Digital, Optimerch, Otterly.AI und netgrade (Stand September/Oktober 2026)


