ETF-Sparplan vs. eigene Immobilie für Solo-Unternehmer — was ist besser?

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  • #75
    Tom B. AvatarTom B.
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    Mal ehrlich diskutiert: Ich bin 40, Solo-Selbständig, keine Familie. Habe gerade einen Cash-Polster von ca. 80.000 €. Berater A sagt: kaufst dir eine kleine Eigentumswohnung als Altersvorsorge. Berater B sagt: ETF-Sparplan, höhere Rendite, mehr Flexibilität.

    Wer von euch hat den Sprung gemacht und kann aus Erfahrung was sagen?

    #77
    kim.dev Avatarkim.dev
    Teilnehmer

    Bin Anfang 30 und stecke seit 5 Jahren konsequent in ETFs (MSCI World + Emerging Markets, 70/30). Habe mir die Frage auch oft gestellt. Mein Fazit: Eigentumswohnung als reine Geldanlage rechnet sich in deutschen Großstädten gerade NICHT, wenn du sie nicht selbst bewohnst.

    Renditerechnung (vereinfacht):

    • ETF-Portfolio: historisch 6-7% p.a. nach Inflation
    • Vermietete Wohnung in München/Berlin: 2-3% Bruttomietrendite, nach Abzug von Verwaltung, Instandhaltung, Mietausfall bist du bei 1-1,5%

    Eigentum macht für mich nur Sinn, wenn du selbst drin wohnst (Mietersparnis als „stille Rendite“) oder in B/C-Lagen mit echtem Cashflow-Potenzial.

    #78
    Christoph Müller AvatarChristoph Müller
    Teilnehmer

    Lieber Tom, eine wichtige Steuerperspektive die in der Diskussion oft fehlt:

    Als Solo-Selbständiger haben Sie ein Vorsorgeproblem, das viele unterschätzen — die gesetzliche Rente fällt für Sie weitgehend weg. Eine Eigentumswohnung kann hier durchaus Sinn machen, aber NICHT als reine Geldanlage, sondern als spätere Eigennutzung im Alter.

    ETF-Sparplan ist steuerlich unkompliziert (Teilfreistellung bei Aktien-ETFs), Immobilien werden steuerlich komplexer (Spekulationsfrist 10 Jahre, Abschreibung, ggf. Vermietungseinkünfte).

    Wenn ich raten müsste: 60.000 € in einen breit gestreuten ETF, 20.000 € als Liquiditätsreserve. Immobilie erst, wenn Sie wissen wo Sie im Alter leben möchten.

    #79
    Anya K. AvatarAnya K.
    Teilnehmer

    Tom, eine Frage die du dir vorab beantworten solltest: Wie hoch ist dein Geschäftsrisiko? Wenn dein Einkommen stark schwankt (was bei Solo-Selbständigen oft der Fall ist), willst du keine fixe monatliche Kreditrate haben. ETF kannst du jederzeit pausieren oder runterfahren, die Bank schickt aber jeden Monat ihre Rechnung.

    #80
    Tom B. AvatarTom B.
    Teilnehmer

    @Anya guter Punkt mit der Liquidität. Mein Geschäft schwankt schon ordentlich — manche Quartale gehen super, andere sind mau.

    @Christoph der Renten-Aspekt sticht bei mir tatsächlich. Ich zahle in keine Versorgungskammer ein und Rürup ist auch nur halbgar. Vielleicht ist ETF + freiwillige Beiträge in die gesetzliche RV eine Alternative die wir hier noch nicht besprochen haben?

    #81
    Marcus Keller, Redakteur FinanzenMarcus Keller
    Teilnehmer

    Tom, zur Ergänzung: Ich habe für GBM-Forum im April einen Beitrag zu genau dieser Frage geschrieben — Vergleich Rürup vs. ETF vs. Immobilie für Solo-Selbständige unter 45. Die Kurzfassung: Für die meisten in deiner Lage ist ein Mix aus ETF (Hauptpfeiler) + kleinerer Rürup (für die Steuerersparnis) die rationalere Wahl. Immobilie nur, wenn du sie selbst nutzen willst oder einen wirklich guten Deal hast.

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