GBM-Forum — Geld · Business · Marketing › Foren › Recht & Steuern › GmbH gründen für MicroSaaS — Ja oder Nein bei <50k MRR?
- Dieses Thema hat 5 Antworten sowie 5 Teilnehmer und wurde zuletzt vor vor 1 Woche, 5 Tagen von
Tom B. aktualisiert.
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Juni 6, 2026 um 6:19 a.m. Uhr #176
kim.devTeilnehmerMein MicroSaaS macht aktuell 800 € MRR, prognostiziert in 12 Monaten bei 3-5k MRR. Steuerberater A sagt „GmbH macht erst ab 60k Gewinn Sinn“. Steuerberater B sagt „lieber früher gründen wegen Haftung und Investor-Readiness“.
Wie habt ihr entschieden? Bei welchem Umsatz seid ihr von Einzelunternehmer auf GmbH gewechselt?
Juni 6, 2026 um 12:29 p.m. Uhr #178
Christoph MüllerTeilnehmerLieber Kim, das ist eine Frage die ich in der Kanzlei sehr oft bekomme. Mein Ansatz dazu, völlig unabhängig von Beratungsmandaten:
Pro GmbH früh:
- Beschränkte Haftung (insbesondere wichtig wenn dein SaaS Datenschutz-Risiken birgt)
- Bessere Verhandlungsposition bei potenziellen Investoren oder Buyout
- Möglichkeit der Gewinnthesaurierung (Körperschaftsteuer 15% + GewSt vs. Einkommensteuer-Spitzensatz)
Contra GmbH früh:
- Gründungskosten ca. 800-1500 € + laufende Kosten (Jahresabschluss 1.500-3.000 €, IHK-Beiträge etc.)
- Bei niedrigem Gewinn höhere Gesamt-Steuerlast als Einzelunternehmer (Doppelbesteuerung)
- Mehr Bürokratie (HGB-Bilanz, Veröffentlichung im Bundesanzeiger)
Pragmatischer Daumenwert: Ab 50.000 € Jahresgewinn fängt es an, sich steuerlich zu rechnen. UNTERHALB davon nur wenn Haftungs- oder Investor-Argumente greifen. UG (haftungsbeschränkt) ist ein schlechter Kompromiss — gleicher Aufwand wie GmbH, aber schlechteres Image und Wachstumshemmung.
Juni 7, 2026 um 1:06 p.m. Uhr #179
Lukas B.TeilnehmerKim, ich habe als Solo-Berater 2022 von Einzelunternehmer auf GmbH gewechselt, bei ca. 110k Gewinn pro Jahr. Konnte erst ab da die thesaurierungs-Vorteile wirklich nutzen.
Aber: Wenn du mit deinem SaaS Daten verarbeitest und das Haftungsrisiko nicht trivial ist, kann das den Rest der Rechnung schlagen. Christoph hat das gut zusammengefasst.
Juni 7, 2026 um 5:02 p.m. Uhr #180
Anya K.TeilnehmerKim, eine pragmatische Sicht: Wenn du Investor-Optionen offen halten willst, gründe von Anfang an als UG/GmbH. Wechseln IST möglich, aber sehr unangenehm wenn schon Kundenverträge laufen. Plus: SaaS-Käufer (im Exit-Fall) zahlen für eine GmbH typischerweise einen Premium gegenüber einem Einzelunternehmen.
Juni 7, 2026 um 6:01 p.m. Uhr #181
kim.devTeilnehmerChristoph, Lukas, Anya — sehr hilfreich. Mein aktueller Plan: Ich bleibe noch 12 Monate Einzelunternehmer, baue auf 3-5k MRR aus. Wenn das Geschäft trägt und ich auch ein Investor-Profil signalisieren will, dann GmbH mit 25k Stammkapital direkt.
Christoph, danke für die ehrliche Beratersicht — fern jeglicher Mandats-Akquise. Sehr geschätzt.
Juni 9, 2026 um 3:50 p.m. Uhr #182
Tom B.TeilnehmerKim, eine GANZ unbeliebte Meinung: Wenn dein SaaS B2B ist und du Enterprise-Deals anstrebst, willst du sogar von Tag 1 GmbH sein. Einkäufer in Konzernen tolerieren keine „Lieferanten“ als Einzelunternehmer. Die Frage „warum bist du Einzelunternehmer?“ stellt sich nicht — du fliegst einfach aus dem Procurement.
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