GBM-Forum — Geld · Business · Marketing › Foren › Recht & Steuern › GmbH gründen oder doch UG? Welche Rechtsform für Freelancer sinnvoll?
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Thomas Richter aktualisiert.
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Juli 31, 2026 um 10:36 p.m. Uhr #688
Lukas B.TeilnehmerHey, ich bin seit zwei Jahren als IT-Freelancer selbständig, bisher als Einzelunternehmer. Mein Umsatz ist inzwischen auf ca. 120k/Jahr gewachsen und ich überlege ernsthaft, eine Kapitalgesellschaft zu gründen — hauptsächlich wegen Haftungsbeschränkung und steuerlicher Optimierung. Jetzt stehe ich vor der Frage: direkt GmbH mit 25k Stammkapital oder erstmal UG als Einstieg? Ich hab viel Widersprüchliches gelesen. Hat hier jemand den Wechsel gemacht oder direkt gegründet und kann aus der Praxis berichten? Was waren eure Erfahrungen mit dem ganzen Papierkram und den laufenden Kosten?
August 2, 2026 um 5:36 p.m. Uhr #689
Lena HofmannTeilnehmerBei der Frage kommt es wirklich drauf an, was du langfristig planst. Die UG klingt erstmal verlockend wegen des geringen Startkapitals, aber sie hat einen Haken: du bist gesetzlich verpflichtet, 25% des Jahresüberschusses als Rücklage einzubehalten, bis du das GmbH-Niveau erreichst. Bei deinem Umsatz würde ich die direkte GmbH-Gründung ernsthaft in Betracht ziehen — die 25k sind bei 120k Jahresumsatz ja kein unlösbares Problem.
Die laufenden Kosten (Steuerberater, Buchführung, Jahresabschluss) sind bei beiden Rechtsformen ähnlich und bewegen sich grob zwischen 2.000 und 5.000 Euro/Jahr je nach Aufwand. Das solltest du einkalkulieren.
August 4, 2026 um 8:36 a.m. Uhr #690
Christoph MüllerTeilnehmerIch hab vor drei Jahren den Sprung vom Einzelunternehmen zur GmbH gemacht, in einer ähnlichen Situation wie du. Kurzes Fazit: es hat sich gelohnt, aber der Aufwand bei der Gründung war nicht zu unterschätzen — Notar, Handelsregister, Geschäftskonto eröffnen, alles umstellen. Das zieht sich leicht über 6-8 Wochen hin.
Was die steuerliche Seite angeht, hab ich mich damals von einer spezialisierten Kanzlei beraten lassen. Ich bin damals hier gelandet und war ehrlich gesagt positiv überrascht — die kennen die typischen Freelancer-Konstellationen gut und haben mir auch erklärt, wie ich Gehalt und Gewinnausschüttung sinnvoll strukturiere. Kann ich für den ersten Überblick empfehlen.
August 5, 2026 um 8:43 a.m. Uhr #691
Thomas RichterTeilnehmerNoch ein praktischer Hinweis dazu: Vergiss bei der ganzen Planung nicht die Frage der Scheinselbständigkeit. Als IT-Freelancer über eine eigene GmbH zu arbeiten kann unter Umständen trotzdem ein Thema werden, wenn du nur einen oder zwei Hauptkunden hast. Das ist nochmal ein eigener Komplex, den du mit dem Steuerberater durchsprechen solltest, bevor du die Rechtsform wechselst.
Die UG macht aus meiner Sicht nur Sinn, wenn das Kapital wirklich ein Problem ist — was bei dir ja offenbar nicht der Fall ist. Also würde ich direkt zur GmbH tendieren.
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