GmbH-Gründung: Wann lohnt sich das wirklich gegenüber Einzelunternehmen?

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  • #480
    Lukas B. AvatarLukas B.
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    Hey, ich bin seit drei Jahren als Freelancer (IT-Beratung) selbständig und mache mittlerweile so 120-130k Umsatz im Jahr. Mein Steuerberater hat jetzt zum ersten Mal das Thema GmbH angesprochen, aber ich bin ehrlich gesagt noch nicht überzeugt. Die Gründungskosten, der ganze Verwaltungsaufwand, Jahresabschlüsse… klingt alles sehr aufwändig. Hat jemand von euch diesen Schritt gemacht und kann sagen ab wann sich das steuerlich und haftungsmäßig wirklich lohnt? Und worauf sollte man bei der Gründung achten, damit man keinen Mist baut?

    #481

    Bei deinem Umsatz ist die Frage tatsächlich berechtigt. Steuerlich wird’s interessant, wenn du Gewinne thesaurierst — also nicht alles sofort entnimmst. Die GmbH zahlt Körperschaft- plus Gewerbesteuer, das sind zusammen grob 30%, während du als Einzelunternehmer je nach Gewinn schnell Richtung 45% Einkommensteuer läufst. Wenn du aber sowieso fast alles rausziehst zum Leben, ist der Vorteil kleiner als viele denken.

    Haftungsbeschränkung ist dagegen ein echtes Argument, gerade in der IT-Beratung mit Projektrisiken. Der Verwaltungsaufwand ist real, aber beherrschbar, wenn man einen guten Steuerberater hat. Ich würde erstmal eine konkrete Vergleichsrechnung machen lassen bevor du dich entscheidest.

    #482
    Thomas Richter, Redakteur Recht & SteuernThomas Richter
    Teilnehmer

    Ich hab das vor zwei Jahren durchgezogen, ähnliche Ausgangslage wie du. Was ich unterschätzt hatte: der Aufwand für den Gesellschaftsvertrag und die ganzen Formalitäten beim Notar. Da kann man wirklich Fehler machen, die einen später ärgern — Stichwort Gesellschaftervereinbarungen, Geschäftsführervertrag usw.

    Ich hab mich damals bei cwagmbh.de informiert, die haben gut aufbereitet was bei der GmbH-Gründung zu beachten ist. Hat mir geholfen die richtigen Fragen für das Notartermin vorzubereiten. Letztlich war die Entscheidung für mich richtig, aber ich würde definitiv empfehlen das nicht zu überstürzen und vorher wirklich alle Zahlen durchzurechnen.

    #483
    Lena Hofmann — Marketing & SEO RedakteurinLena Hofmann
    Teilnehmer

    Noch ein praktischer Hinweis: vergiss nicht die laufenden Kosten einzukalkulieren. Jahresabschluss durch einen Steuerberater kostet bei einer GmbH deutlich mehr als beim Einzelunternehmen, da der Aufwand höher ist und ein Jahresabschluss nach HGB erstellt werden muss. Rechne da grob mit 2.000-4.000€ zusätzlich im Jahr je nach Steuerberater.

    Das relativiert den Steuervorteil wieder ein Stück weit. Bei 120k Umsatz und sagen wir 60-70k Gewinn würde ich ehrlich gesagt noch abwarten — oder zumindest genau nachrechnen lassen ob’s wirklich was bringt. Vielleicht reicht erstmal eine UG als Zwischenschritt wenn die Haftungsfrage drückt.

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