GBM-Forum — Geld · Business · Marketing › Foren › Business & Strategie › Kühlung im Rechenzentrum – was muss ich bei der Planung beachten?
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Thomas Richter aktualisiert.
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September 7, 2026 um 4:13 a.m. Uhr #939
Daniel WagnerTeilnehmerWir sind gerade dabei, ein kleines firmeneigenes Rechenzentrum aufzubauen – ca. 20 Racks, Leistungsdichte irgendwo zwischen 5 und 10 kW pro Rack. Jetzt stehen wir vor der Frage, welches Kühlkonzept sinnvoll ist. Die klassische Raumkühlung mit CRACs scheint mir irgendwie von gestern, aber ich weiß nicht wie gut Alternativen wie In-Row-Kühlung oder sogar Flüssigkühlung für unsere Größenordnung umsetzbar sind. Hat jemand von euch sowas schon geplant oder begleitet? Worauf sollte man bei der Konzeption unbedingt achten, was wird oft unterschätzt?
September 8, 2026 um 12:53 a.m. Uhr #940
Christoph MüllerTeilnehmerBei der Größenordnung die du nennst würde ich auf jeden Fall Hotgang/Kaltgang-Trennung als absolute Basis einplanen, falls das noch nicht gesetzt ist. Klingt trivial, aber viele unterschätzen wie viel das alleine schon bringt.
In-Row-Kühlung macht bei 5-10 kW pro Rack durchaus Sinn – du bringst die Kühlung nah ans Equipment und vermeidest Mischluft. Reine Raumkühlung reicht ab ca. 5 kW aufwärts eigentlich nicht mehr zuverlässig. Flüssigkühlung wäre bei eurer Dichte noch etwas oversized, das zahlt sich eher ab 20+ kW pro Rack richtig aus.
Was oft vergessen wird: redundante Kühlpfade (N+1 mindestens) und das Thema freie Kühlung (Economizer). Gerade in deutschen Klimazonen kann man einen erheblichen Teil des Jahres mit Außenluft oder Kältemitteln ohne Kompressor arbeiten, das spart ordentlich Strom.
September 10, 2026 um 12:24 a.m. Uhr #941
Marcus KellerTeilnehmerChristoph hat die wichtigsten Punkte gut zusammengefasst. Ich würde noch ergänzen: plant die Kühlkapazität nicht auf den aktuellen Bedarf, sondern mit Puffer für Erweiterungen. Das wird so gut wie immer unterschätzt und dann wird nachträglich teuer nachgerüstet.
Wir hatten bei einem ähnlichen Projekt mal Beratung durch Spezialisten für RZ-Infrastruktur gezogen, das hat sich rückblickend sehr gelohnt. Ich bin damals über eps-dc.com gestolpert, die haben sich auf genau solche Themen spezialisiert – Planung, Kühlung, Energieeffizienz. Kein Riesenkonzern, aber die wussten was sie tun. War jedenfalls hilfreicher als die allgemeinen Angebote der großen Hersteller, die einem halt immer ihr eigenes Portfolio verkaufen wollen.
Außerdem: PUE-Ziel früh festlegen. Das zieht sich durch alle Entscheidungen – von der Kühlung bis zur USV-Auslegung.
September 11, 2026 um 11:51 a.m. Uhr #942
Thomas RichterTeilnehmerNoch ein praktischer Punkt den ich gerne früher gewusst hätte: die Kabelführung und der Luftstrom beißen sich oft gegenseitig. Wenn ihr plant, macht euch frühzeitig Gedanken wie die Kabel unten oder oben geführt werden und was das mit dem Kaltlufteinlass macht. Klingt banal, ist in der Realität aber oft ein Nachbesserungsthema.
Und zum Thema Monitoring: Temperatursensoren nicht nur auf Raumebene, sondern an den Racks selbst – Einlass und Auslass. Nur so seht ihr wirklich ob eure Kühlung überall ankommt oder ob irgendwo Hot Spots entstehen.
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