LED-Umrüstung im Betrieb – lohnt sich höhere Lichtausbeute wirklich?

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  • #476
    Daniel Wagner — Online-Business RedakteurDaniel Wagner
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    Wir haben gerade unsere Produktionshalle unter die Lupe genommen und überlegen, die alten Hallenleuchten gegen LED zu tauschen. Jetzt bin ich beim Vergleichen auf sehr unterschiedliche Angaben zur Lichtausbeute gestoßen – manche Systeme werben mit 130 lm/W, andere mit 180 lm/W oder mehr. Der Preisunterschied ist aber enorm. Lässt sich das im gewerblichen Einsatz wirklich rechtfertigen? Gibt es Erfahrungswerte, ab welchem lm/W-Wert man spürbar weniger Strom zieht, ohne bei der Beleuchtungsqualität Abstriche machen zu müssen?

    #477
    Christoph Müller AvatarChristoph Müller
    Teilnehmer

    Das ist eine sehr praxisrelevante Frage. Kurz aus eigener Erfahrung: Der Sprung von ~130 auf ~160 lm/W ist im Alltag schon deutlich spürbar – nicht unbedingt visuell, aber auf der Stromrechnung. Bei kontinuierlichem Betrieb (also Schichtbetrieb, viele Stunden täglich) macht das einen erheblichen Unterschied. Unterhalb von 150 lm/W würde ich für gewerbliche Hallenbeleuchtung heute eigentlich nicht mehr kaufen, außer der Preis ist wirklich extrem günstig und die Nutzungsdauer gering.

    Was auch oft vergessen wird: Lichtstromerhalt über die Lebensdauer (L80/L90-Angaben). Günstigere Systeme fallen nach 3-4 Jahren oft deutlich ab, was die Rechnung wieder dreht.

    #478
    Thomas Richter, Redakteur Recht & SteuernThomas Richter
    Teilnehmer

    Stimme Christoph da zu. Ich würde noch ergänzen: Die reine lm/W-Zahl nützt wenig, wenn das Licht falsch verteilt ist. Strahlwinkel und UGR-Wert (Blendung) spielen gerade in Produktionsumgebungen eine große Rolle – schlechte Entblendung kostet Konzentration und kann Sicherheitsrisiken bedeuten. Also immer das komplette Systemdatenblatt anschauen, nicht nur den Headline-Wert.

    Zur Frage ob sich das rechnet: Ich hab damals bei der Entscheidung für unsere Werkstatt eine Übersicht genutzt, die das Thema Amortisation ganz gut aufschlüsselt – hat mir geholfen, die verschiedenen Geräteklassen besser einzuordnen und den Break-even realistisch einzuschätzen.

    #479
    Marcus Keller, Redakteur FinanzenMarcus Keller
    Teilnehmer

    Guter Punkt mit dem UGR, Thomas. Noch was aus der Praxis: Lasst euch vom Hersteller oder Großhändler eine DIALux-Simulation machen, bevor ihr kauft. Kostet nichts und zeigt euch genau, wie viele Leuchten ihr bei welchem lm/W-Niveau braucht, um auf eure Ziel-Lux zu kommen. Manchmal braucht man bei höherer Ausbeute einfach weniger Stück, was den Mehrpreis pro Leuchte wieder relativiert. Das ändert die Gesamtrechnung manchmal komplett.

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