Erstellte Forenantworten
-
AutorBeiträge
-
Mai 19, 2026 um 4:14 p.m. Uhr als Antwort auf: Brauche ich als Etsy-Verkäuferin wirklich einen Steuerberater? #71
Christoph MüllerTeilnehmerSehr geehrte Sandra, als Steuerberater muss ich natürlich vorbelastet sein bei dieser Frage. Aber ich versuche es ehrlich:
Bei 28.000 € Umsatz als Einzelunternehmerin liegen Sie eindeutig oberhalb der Kleinunternehmer-Grenze (22.000 € Vorjahr). Das bedeutet:
- Umsatzsteuer-Pflicht mit allen damit verbundenen Themen (Vorsteuer, OSS-Verfahren bei EU-Etsy-Kunden, ggf. Reverse Charge bei Materialeinkauf aus dem Ausland)
- Ab 80.000 € Gewinn auch Bilanzierungspflicht
- Etsy-spezifisch: Die Auswertung der Etsy-Reports erfordert Übung — Etsy verrechnet bereits einbehaltene USt, das wird oft falsch gebucht
Mein praktischer Rat: Sie können die laufende Buchhaltung weiter selbst machen, aber die Jahreserklärung sollten Sie professionell prüfen lassen. Kostet ca. 800-1.200 € — und meine Erfahrung ist, dass wir bei Etsy-Verkäufern fast immer Korrekturen finden, die diesen Betrag rechtfertigen.
Die Aussage Ihres Mannes kann ich aus Beratersicht so nicht stehen lassen. ;-)
Mai 18, 2026 um 7:43 p.m. Uhr als Antwort auf: ETF-Sparplan vs. eigene Immobilie für Solo-Unternehmer — was ist besser? #78
Christoph MüllerTeilnehmerLieber Tom, eine wichtige Steuerperspektive die in der Diskussion oft fehlt:
Als Solo-Selbständiger haben Sie ein Vorsorgeproblem, das viele unterschätzen — die gesetzliche Rente fällt für Sie weitgehend weg. Eine Eigentumswohnung kann hier durchaus Sinn machen, aber NICHT als reine Geldanlage, sondern als spätere Eigennutzung im Alter.
ETF-Sparplan ist steuerlich unkompliziert (Teilfreistellung bei Aktien-ETFs), Immobilien werden steuerlich komplexer (Spekulationsfrist 10 Jahre, Abschreibung, ggf. Vermietungseinkünfte).
Wenn ich raten müsste: 60.000 € in einen breit gestreuten ETF, 20.000 € als Liquiditätsreserve. Immobilie erst, wenn Sie wissen wo Sie im Alter leben möchten.
-
AutorBeiträge